Info SHORT VERSION

Die personifizierte Trias einer schweißgetränkten „Fickt-euch-und-uns-hart“-Attitüde trägt einen Namen, der sämtliche Synapsen zum epileptischen Tangotanzen zwingt: SickSickSick nennt sich der tobsüchtige Tornado, der über alle Rock-Genre-Grenzen hinwegfegt und eine Schneise brutalster tonaler Zerstörung hinterlässt. Eine lustwandelnde Bestie auf vier Klöten und zwei Brüsten, die musikalisch gesehen alles platt trampelt, was sich ihr in den gezickzackten Weg stellt. Dabei klotzt das Ungetüm lieber als zu kleckern: Mit dicken Bassbeats und mächtig viel Druck bestückt, bläst das triumvirale Biest dem Hörer die Hypophysen-Masse durch die Ohren und serotonine Sekrete aus den Drüsen. Das orgiastische Trio Psychosomale hat sich inzwischen von ehrlichem Punkrotz hin zu einem sudatorischen Spektrum an Heavy Rock Music gemausert. SickSickSick sind Regensburgs unverschämtester Export und fackeln sowohl im Player als auch live jedes Mal aufs Neue ein infernales Purgatorium ab.

 

Info Long VERSION

Leise is scheise! oder: wenn die Frau schreit.

Everything Loud But Nothing Louder Than The Bass! Vergleiche mit Motörhead sind angebracht, aber SickSickSick sind die hübschere Band und besitzen mehr Tiefe, vor allem im Bassbereich! Der Dreizack in Deinem Allerwertesten hat einen Namen: HeikeGurkePablo! Kenner würden die Musik als „In-the-face“ bezeichnen, bei der exakten Sound-Gentrifizierung wird es allerdings schwierig. Denn, was die Drei da auf Bühnenbrett und Tonträger bannen, spielt mit vielen Abarten der Rockmusik. Hier tobt ein völlig eigener, einzigartiger Krach, der nicht nur den röhrenden Shouts der Sängerin und Bassistin zu verdanken ist. Vergleiche mit den Distillers oder Hole sind an dieser Stelle angebracht, werden dem sick‘schen Gesamtwerk jedoch nicht gerecht. Ab dem ersten undefinierbaren Geräusch merkt man, dass diese Truppe mehr will, als sich einer einzigen Gangart zu verschreiben.  Vielleicht liegt es daran, dass Jochen Goricnik, Heike Jörss und Philip

Rissettio nicht nur optisch ein zusammengewürfelter Haufen sind. Sie stammen auch musikalisch aus den unterschiedlichsten Ecken der Tonrepublik und finden sich erst in Ihrem eigenen Spiel zusammen. Eine Verbindung, die ihrer Musik das Beste aus allem verpasst. Auf gutes Songwriting wird viel Wert gelegt. Humorvoll, jedoch nie mit einem weltverbesserndem Fingerzeig, werden hier Geschichten erzählt, die einfach mal so oder jedem schon mal passiert sind. Vor nichts wird halt gemacht, nicht mal vor den eigenen, wahnwitzigen Peinlichkeiten und Fehleinstellungen. Von Liebe (außer der zu Delphinen) wird ebenso wenig gesungen, wie von abgedroschenen Rockfabeln, die sich am Ende auf „fire“ und „desire“ reimen. Es sind Texte, die sich ins Hirn einbrennen, immer schön verpackt in ebenso eingängige Riffs und Melodien, die auf „Dreckteufel-komm-raus!“ interpretiert werden. Die Gitarrensounds von Jochen Goricnik werden mit einer derart unverschämten Wucht in die Gehörgänge geschmettert, dass jeder sofort kapiert: Ein Lautstärke-Warnhinweis für Live-Konzerte ist überflüssig. Frei nach dem Motto: „Betonung kommt von Beton“ trommelt sich der Prog-Rockband-müde Schlagzeuger Philip „Pablo“ Rissettio in das Gedächtnis der Paradiddle-Streber. Trotzdem bleiben SickSickSick eine echte Rock‘n‘Roll-Nummer. Eine, die man sich im derzeitigen Nu-Rock und Nu-Metal-Einheitsbrei längst auf Plattenteller und Bühne zurückwünschte. Dreckig und amtlich zugleich, fiepend, grausam und voodooesk zum Mitstampfen und -grölen verdonnernd. Immerzu in dem Wissen, dass auf der Welt mindestens eine Frau gebraucht wird, ... die schreit! Denn: Leise is scheise!